
Studienfahrt "Berlin: Brennpunkt deutscher Geschichte und Politik"
Wie war das Leben "an der Mauer" und welche Spuren der DDR sind bis heute sichtbar? Welche grausamen Schicksale brachte die NS-Zeit hervor und wie sah der juristische Umgang mit den Krankenmorden im Nachkriegsdeutschland aus? Fragen, die vielfältige Gefühle auslösen und ganz gewiss nicht einfach zu beantworten sind. 16 Kinderpflegeschüler*innen mit ihren beiden Lehrerinnen haben sich diesen Fragen gestellt und lernten die Stadt Berlin, ihre Geschichte und ihren Wandel auf eine sehr emotionale Weise kennen.
„Berlin - Brennpunkt deutscher Geschichte und Politik“ lautete der Titel unserer fünftätigen Studienfahrt, die in der letzten Woche in der Hauptstadt stattfand. In sieben verschiedenen Programmpunkten – angefangen bei einem zeitgeschichtlichen Stadtrundgang bis hin zum Besuch des NS-Dokumentationszentrums „Topographie des Terrors“ – erfuhren die Teilnehmenden aus Nordrhein-Westfalen, welchen (politischen) Wandel Berlin in den letzten 100 Jahren durchgemacht hat. Bei einem Besuch im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend erhielten sie Einblick in das aktuelle politische Geschehen. In der Kulturbrauerei, in dem ehemaligen zentralen Untersuchungsgefängnis des Ministeriums für Staatssicherheit und im größten Kinderheim der DDR konnten sie sich hingegen ein Bild des Alltags und der Politik in der Deutschen Demokratischen Republik machen.
Wichtig war uns bei der Fahrt vor allem, dass die Teilnehmenden genug Zeit haben, um sich auszutauschen und Fragen zu stellen. Dazu ergab sich unter anderem die Gelegenheit bei den Gesprächen mit verschiedenen Zeitzeug*innen.
In Hohenschönhausen berichtete Lothar Schulz von seinem Widerstand gegen das System der DDR und seinem Protest auf dem Alexanderplatz, der – wie von ihm erwartet – zu seiner Verhaftung führte. Sein Ziel war die Freiheit, für die er bereit war ins Gefängnis zu gehen. Im IBZ Königsheide berichteten mehrere ehemalige Bewohner*innen des Kinderheims von ihrer Zeit dort und ihren Gefühlen, die sie mit dem Ort bis heute verbinden. Hier wurde deutlich, dass das Kinderheim trotz seiner wechselvollen Geschichte auch ein Schutzort für viele Kinder war, die aus den unterschiedlichsten Gründen nicht mehr bei ihren Familien leben konnten.



