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So erlebte Maya ihr FSJP bei uns

Abschlussbericht Maya van Eyckels

FSJPlerin 2023/2024


„Für mich zeigt ein FSJ-P die Möglichkeit auf, einen detaillierten Blick in politische Vorgänge werfen zu können und meine Fähigkeiten für die Mitgestaltung der zukünftigen Gesellschaft einsetzen zu dürfen. Weiter prüfe ich, ob ich mit meinen Fähigkeiten für die Mitgestaltung der zukünftigen und der jetzigen Gesellschaft geeignet bin.“


Das waren die Beweggründe für ein FSJ-P in meiner Bewerbung bei der Karl-Arnold-Stiftung e.V. Doch welche Erfahrungen habe ich während meines Freiwilligen Jahres tatsächlich sammeln können?


In meiner Einarbeitungsphase erlangte ich rückblickend den detailliertesten Einblick in die Abläufe einer Einrichtung der politischen Jugend- und Erwachsenenbildung. Wie Strukturen in der Karl-Arnold-Stiftung e.V. historisch und strategisch gewachsen sind, fand ich beim Durchstöbern des Qualitätshandbuches und der Satzungen heraus. Mit meinem Umzug und den damit einhergehenden Veränderungen war die erste Zeit wie im Fluge vergangen.


Doch viel wichtiger, ich lernte die Kolleginnen und Kollegen, die hinter der politischen Bildung stehen, kennen. Sie nahmen mich herzlich und selbstverständlich auf und verhalfen mir zu einem schnellen Einstieg in die Aufgabenbereiche.

Rückblickend ist es erstaunlich, wie schnell die Unsicherheiten der ersten Tage verflogen sind. Schon bald ging ich selbstverständlich ins Büro, ohne mir Gedanken darüber zu machen, wen ich zu welchen Fragestellungen ansprechen sollte oder wie ich den komplizierten Türschlüssel am besten umdrehe.


Doch was macht ein*e Freiwillige*r die ganzen Monate, die Woche über und in den einzelnen Arbeitsstunden? Mein erster Arbeitsbereich war der politisch-historischen Bildung zugeordnet, die wiederum als Fachbereich dem Bildungswerk (BW) zugeordnet ist. Bei uns Freiwilligen als „DAS PROJEKT“ bekannt, plante ich dieses Jahr die Seminarfahrt „Die DDR – Geschichte, Politik und Alltag.“ für die Kooperation mit dem Träger des FSJ-Ps, der internationalen Jugendgemeinschaftsdienste (ijgd). Bei einem freiwilligen Jahr organisiert die ijgd fünf Bildungsseminare innerhalb der zwölf Monate Freiwilligendienst. Dort gibt es seit vielen Jahren die Möglichkeit, ein Seminar nach Interessen auszusuchen. Bei diesem Wahlseminar konnten die Freiwilligen unsere Seminarfahrt „Die DDR – Geschichte, Politik und Alltag“ wählen.




Die Vorfreude war groß und so war es zwei Tage vor Beginn der Fahrt ein ziemlicher Schock, als mich der Tagungsleiter informierte, dass er kurzfristig erkrankt sei. Kurzerhand entschloss ich mich, die Tagungsleitung selbst in die Hand zu nehmen. Durch die eigene Planung kannte ich den gesamten Ablauf und war auf viele Fragen vorbereitet. Die Teamenden des Kooperationsvereins haben mich bei einigen Fragen und Methoden unterstützt und gemeinsam haben wir die Fahrt sehr erfolgreich gemeistert. Die gesamten Freiwilligen zeigten Verständnis für die kurzfristige Übernahme meiner Rolle als Tagungsleitung und haben die Woche zu einer unglaublich großartigen und lehrreichen Woche gemacht. Tir hatten trotz des straffen Zeitplans viel Spaß und ich konnte deutlich miterleben, dass unsere Stiftung den Bildungsauftrag erfüllt hat: Es war eine schöne Erfahrung, dass das „Programmblatt in meinen Händen“ zum DENKEN, VERSTEHEN und BEWUSSTWERDEN geführt hat. Im Nachhinein möchte ich die erlernten Kompetenzen im menschlichen Miteinander nicht mehr missen und fand alles gut, so wie es gekommen ist.


Auch unsere Bildungsprojekte an Schulen, insbesondere die Planspiele zur Flüchtlings- und Migrationspolitik in der EU sowie zur Erweiterung der EU, konnte ich intensiv verfolgen. Besonders bereichernd empfand ich die Gespräche mit den Schüler*innen, durch die sich die Wirkung der politischen Bildung am besten widerspiegelt. Ein Themenbereich, der mich erst im Laufe des Freiwilligendienstes faszinierte, war die politische Bildung der Bundeswehr – die Einblicke und tiefgehenden Seminarinhalte waren sehr einprägsam.


Auch mein zweiter Arbeitsbereich war dem Bildungswerk zugeordnet. Der Stabsstelle (Digitalisierung, Qualitätsmanagement, BNE, Marketing & Kommunikation) widmete ich einen Großteil meiner Zeit. Vom Erstellen eines Carousel Posts bis zum Neugestalten von Präsentationen oder Flyern – vielfältige kreative Arbeit für die Repräsentation der politischen Bildung!

Als mein persönliches Vorzeigeprojekt kann ich meinen FSJ-P-Adventskalender nennen, der nicht nur politische Inhalte vermittelt hat, sondern auch junge motivierte Freiwillige in dem Projekt verbunden hat. Andere Projekte wie das „Instaclopedia“ (Lexikon für Begriffe der Social-Media-Plattform Instagram) oder die Anleitung „How to Instagram Beitrag“ für politische Multiplikator*innen sind auch unter den Bereich der Stabsstelle gefallen. Alle genannten Projekte haben die Gemeinsamkeit, dass ich nicht nur Inhalte grafisch aufbereitet habe, sondern von der Konzipierung bis zur Ausführung alle Teilschritte übernehmen konnte.


Doch gab es auch noch im zweiten Halbjahr einige größere Aufgaben, die auf mich zukamen. So habe ich begonnen, eine Datenbank für unser Foto- und Videomaterial zu füllen und systematisch zu verschlagworten.


Gemeinsam mit dem Verein Fundus e.V., der sich für eine stärkere Partizipation im Kölner Norden einsetzt, konnte ich mich bei einer Seminarhospitation mit einigen Rentnerinnen über den vertieften Umgang mit dem Smartphone austauschen und wichtige Fähigkeiten zu den Schwerpunkten Suchmaschine, Mobilität und Gesundheit vermitteln. Zu dieser Veranstaltung habe ich in den letzten Monaten ein Feinkonzept nach dem ZIM-Modell weiterentwickelt.


Für mich war es insgesamt also nie langweilig und ich hatte nie das Gefühl, unsinnig meine Zeit zu verschwenden!


Was mich glücklich gemacht hat, ist die Möglichkeit, meine Interessen in den Aufgaben einbringen zu können und bei den Projekten einen großen Spielraum zu haben. Mir wurde genug Raum gegeben, um eigene Vorschläge einzubringen und Projekte ins Leben zu rufen.


Mein/e Nachfolger/in im FSHP wird möglicherweise andere Schwerpunkte setzen als ich und die politische Bildung weiter bereichern.


„Weiter prüfe ich, ob ich mit meinen Fähigkeiten für die Mitgestaltung der zukünftigen und der jetzigen Gesellschaft geeignet bin.“ Diesen Satz aus meiner Bewerbung würde ich im Nachhinein streichen. Mir hat die Zeit gezeigt, dass jede Person mit ihren Fähigkeiten zur Gestaltung der Gesellschaft geeignet ist. Vielmehr geht es um den Willen, etwas positiv verändern zu wollen. Nicht mehr und nicht weniger.


Ein FSJ-P voller Schulungen? Na klar!

Angefangen mit unserer stiftungsinternen Schulung zu den Grundlagen und Anwendungsbereichen von KI. Auch mir, die bereits gegen Ende der Schulzeit mit dem Thema ChatGPT in Kontakt gekommen ist, brachten die theoretischen und praktischen Lernabschnitte der Schulung neue Erkenntnisse und Benutzungsmöglichkeiten, die ich zuvor nicht wahrgenommen hatte. Meine Erkenntnisse konnte ich bereits bei dem nächsten Arbeitsauftrag in der Stabsstelle anwenden. Die Aufgabe der Stabsstelle war die Erzeugung von KI-generierten Bildern für die Flyer einer zukünftigen Schulungsreihe. Auch die Schulung zu Antisemitismus bot eine gute Chance, die historische Entwicklung, Wortherkunft und Schicksale aus Köln nachzuvollziehen.


Abschied

Ich freue mich, als Freiwillige ein Teil von etwas Großen – unserem Bildungsauftrag – gewesen sein zu dürfen.

Meine Kolleginnen und Kollegen haben diese neun Monate zu einem schönen und lehrreichen "FSJP-Abenteuer" gemacht.

Ich habe von euch so vieles gelernt und ihr habt mich wirklich inspiriert! Sei es die jahrelange Erfahrung und Unterstützung, die unglaublich klare Ausdrucksweise, das Organisationsvermögen und den Perfektionismus im Formulieren von Texten! Die Verantwortung, die ihr übernehmt, die Begeisterung für den historischen Background und euer zusätzliches Engagement im Privaten hat mich sehr beindruckt.